Freitag, 06.06.2008
klau|s|ens sieht eva menasse und michael kumpfmüller - www.klausens.com


klau|s|ens, du warst bei einer lesung?
darf ich das nicht?
aber ja doch, aber ja doch - aber war es nicht langweilig?
lesungen sind oft langweilig - es stimmt - ja, ja, es stimmt.
du würdest sie anders gestalten?
ich würde immer alles anders gestalten, aber manchmal lässt einen die tradition nicht los. man darf es also den autoren nicht immer vorwerfen.
gestern war es wie ....?
gestern kam ein ehepaaar - das ist doch witzig. beide schreiben, beide lesen, und beide schauen sich an, wenn der oder die andere liest.
du hast sie beobachtet?
ja, ja, die eva manesse und den michael kumpfmüller. ich hatte meinen eigenen roman sofort im kopf, als ich die beiden sah.
willst du uns berichten?
nein, nein, das wäre unziemlich. aber man merkt eben doch, wie der/die jeweils andere reagiert, wenn die/der jeweils andere etwas sagt oder etwas nicht sagt.
hast du auch gesehen, wie sie ihm half, als er die stelle suchte?
ja, das auch. oder er sagte: "meine frau hat mir geraten, hier eine pause zu machen!" - das war süß.
es ist aber auch entwaffnend.
sicher, sicher: wenn man eva und michael sieht, dann spürt man, das feuer, was von eva ausgeht, diese brisanz, diese schärfe, diese wachsamkeit, die ganze wucht dieser person - das ist schon interessant. - auch wie michael sich demgegenüber verhält.
du berichtest nicht zuviel?
nein, ich kenne beide doch nicht. ich beobachte nur die welt. meine beobachtungen sind falsch und oberflächlich, wie von allen menschen. also: es sind beides erfolgreiche schriftsteller - er noch mehr als sie, weil er schon länger als schriftsteller schreibt.
und sie?
sie schrieb "Vienna".
und er?
er schrieb zuletzt "Nachricht an alle".
aha, und beides wurde gelesen? gestern?
ja, es ist schon seltsam. alles durcheinander. aber es ist ein ehepaar. sie ist zudem die schwester / halbschwester vom bekannten robert menasse. also eigentlich war es mehr ein event, als eine lesung. nachher wurde aber über politik diskutiert.
wieso?
weil karin hempel-soos, die veranstalterin, danach fragte: beide seien doch im wahlkampftross gewesen, damals, mit grass, für rot-grün wohl.
und dann ging es um politik?
ich denke, dass bücher, die (ex-)journalisten schreiben, gerne ins politische gehen. aber das müsste man untersuchen.
hast du keine gedichte geschrieben?
doch, doch. hier nur eines: die anderen kommen noch auf eine homepage:
klausens_trifft_kumpfmueller_und_menasse.htm
WENN JOURNALISTEN SCHREIBEN UND LESEN
Durchaus bleibt
Manches hinter
Den Erwartungen
Zurück bisweilen
Gar die Poesie bis
Dichter sich kühn
Hinwegretten das
Baldzeugnis
Des Andersseins
Als Gewissensfrucht
Zu koeduzieren
Sonnentaugleich
(Er wollte bestimmt
sonnentauglich schreiben
dachte Eva)
Copyright Klausens in allen Schraibwaisen und Schreibbweisen, u.a. als Klausens oder Klau.s.ens oder Klau&s&ens, Bonn, 5.6.2008, Donnerstag, Haus der Literatur und Sprache, Adenauerallee 136, LIVE, bei der Lesung von Michael Kumpfmüller und Eva Menasse, Moderation und Veranstalterin: Karin Hempel-Soos
klau|s|ens, warst du nicht auch mal journalist?
habe ich jeweils etwas anderes behauptet - auch im titel des gedichtes? habe ich mich erhoben, über andere? nein, nein!
du behauptest aber indirekt, deine schreibe sei weniger journalistisch ... und mehr poetisch.
das ist deine auslegung, zweitklausens. meine fotos sind jedenfalls so unscharf wie eh und je.